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Wissenschaftler der Universität von Chicago bestätigen, dass Menschen rationalere Entscheidungen treffen, wenn sie in einer Fremdsprache über ein Problem nachdenken.

Der Versuchsleiter Prof. Boyz Keysar („The Foreign Language Effect„) erklärt, dass bekannt sei, Menschen entscheiden sich aufgrund ihrer natürlichen Verlustangst gegen attraktive Möglichkeiten. Diese Verlustangst nimmt ab sobald die Versuchsperson nicht mehr in ihrer eigenen Muttersprache denkt.

Eine Fremdsprache erzeugt einen Distanzierungsmechanismus, der Menschen zu einer unmittelbar intuitiven bis zu einer bewussteren Denkweise führt.

Das Experiment war wie folgt aufgebaut
15US-$ für jeden TN in bar.
Jeder Wetteinsatz kostet 1 US-$
Jeder Teilnehmer hatte pro Runde die Wahl entweder den Dollar zu behalten oder 1,50$ zusätzlich zu erhalten bei einem gewonnenen Münzwurf.
In jeder Runde bestand die Möglichkeit
entweder:

  • 2,50$ Gewinn möglich bei Gewinn des Münzwurfes oder
  • 0$ bei einem verlorenen Münzwurf

zu gewinnen.
Das spannende Ergebnis war, dass diejenigen die die Versuche auf Englisch (ihrer Muttersprache) durchführten sich nur zu 54% aller Fälle für das Risiko entschieden. Wohingegen die Studenten die den Versuch auf Spanisch durchführten in 71% aller Fälle wetteten.

Ein weiterer linguistischer Faktor (sprachlich) zeigte sich darin, dass es bei einer Asymmetrie bei der Entscheidungsfindung kam, je nachdem, ob die Aufgabe als „Gewinn“ oder „Verlust“ im Anleitungstext bezeichnet wird.

Grundsätzlich vermeiden Menschen das Risiko wenn eine Sache in Zugsamenhang mit „Gewinn“ umschreiben wird wenn der Begriff  „Verlust“ im Spiel ist wählen sie eher das Risiko. Dieses widerspricht der gängigen Wirtschaftstheorie wie sie heute häufig noch gelehrt wird. Diese behauptet, Menschen entschieden sich unabhängig von der Ar der Beschreibung einer Situation, immer gleich.

Quellen:

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Sehr geehrte Frau Birkenbihl, seit ich mich mit Fremdsprachen befasse und dazu Meinungen einhole, stoße ich immer wieder auf Aussagen wie

  • „Ich habe letztes Jahr Spanisch gelernt.“ oder
  • „Mein Mann kann Italienisch.“.

Liest man bei Amazon die Bewertungen einzelner Sprachkurse, behaupten da Leute tolle Sachen von sich:
„Ich habe mit Kursen dieser Reihe Französisch und Spanisch gelernt.“ (Dabei geht es um einen Minimalkurs, der ein paar Brocken Urlaubssprache vermittelt.) Gelegentlich hört man sogar Sätze wie:
„Herr Müller spricht sechs Sprachen.“
Ich beobachte, daß derartige Aussagen, egal wer sie tätigt, bei anderen Leuten stets Bewunderung auslösen – und zwar ohne weiter hinterfragt zu werden.

======= ich stimme Ihnen zu. deshalb antworte ich auf die frage, wieviele sprachen ich spreche, immer mit: „Ich befasse mich mit 20 sprachen, von denen ich die meisten gar nicht SPRECHEN möchte, weil ich nur lernen möchte, wie sie funktionieren. sprechen (so daß ich in ihnen vorträge halten kann) kann ich drei fließend und zwei, in denen ich arbeiten kann, wenn ich mich einige tage lang neu auf sie einstelle…“

Das wirkt sich dann auch aufs Selbstbewußtsein von Sprachenlernern aus: Man bekommt langsam den Eindruck, von Leuten umgeben zu sein, die sich offenbar ohne größere Schwierigkeiten verschiedene Fremdsprachen perfekt angeeignet haben, während man selber für sich akzeptiert hat, daß Sprachenlernen ein längerer Prozeß mit offenem Ende ist.

====== man ist ja nicht einmal in der muttersprache je am ende des prozesses! immer wieder gibt es neue wörter oder bessere begriffe, die man nutzen könnte, von sprachbeherrschung im sinne von syntax ect. ganz zu schweigen. ich würde z.b. niemals behaupten, deutsch „perfekt“ zu können!

Niemand „kann“ eine Sprache vollständig – aber genau das wird uns häufig vorgelogen.

======= sie möchten vielleicht Ihre sprache überprüfen. eine LÜGE impliziert, daß jemand wissentlich die UNWAHRHEIT spricht. diese leute aber lügen nicht. sie wurden vom schulsystem verseucht. sie glauben, nach 3 wochen wurzelziehen diese tätigkeit „perfekt“ zu beherrschen, weil sie einmal eine gute note dafür erhalten hatten.

in der schule lernt man nicht, daß MEISTERSCHAFT viele jahre ständigen übens benötigt.

Malcolm Gladwell in „Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht“ zeigt: weltspitzensportler üben in der regel ca. 10 jahre, ehe sie in die meisterklasse kommen, pianisten und violin-solisten sogar 15 – 17 jahre, ehe sie diesen zustand erreichen. davon erfährt man im regelschulsystem jedoch in der regel nichts, nur an besonders guten oder privaten schulen…

Ehrlicherweise müßte man doch immer eine Bewertung der Sprachkenntnisse hinzufügen, etwa „ein paar Brocken“ oder „recht gut“ oder „fliesend“ – und selbst diese Begriffe sind dehnbar.

======== tja, da sehen Sie, daß viele dinge nicht so einfach bewertet werden können, wie die schule es jahrelang tut, wobei sie den eindruck erweckt, man könne komplexe handlungen mit einfachen noten beurteilen. das ist das ERGEBNIS, ohne daß die betroffenen hier böse absichten hätten…

Auch manche käuflichen Sprachkurse, deren Autoren es besser wissen müßten, sind nicht frei von derartigen Pauschalierungen. Wenn man z. B. liest „Lernen Sie in 30 Tagen Italienisch“ oder „Sprechen Sie am Ende des Kurses Englisch wie ein Muttersprachler“, dann vermittelt dies dem unerfahrenen Anfänger völlig falsche Vorstellungen vom Potential des Kurses.

====== richtig, wobei nur SCHULGESCHÄDIGTE auf solche formulierungen hereinfallen, jene, die ich deshalb öfter als OPFER bezeichne, wobei die eigentlichen täter in schulbehörden und unter politikern zu suchen sind, die lehrkräfte sind oft auch OPFER unseres systems (vgl. vortrag 3, karslfeld, 2008!)

Wie sehen Sie das?

===== s.oben

Gibt es irgendwelche anerkannten „Mindeststandards“ für Sprachkenntnisse, die jemanden „berechtigen“, sich als der Sprache mächtig zu bezeichnen? Ab wann darf ich sagen: „Ich kann Englisch.“?

======== das muß jeder selber entscheiden. selbst ein zeugnis, diplom oder zertifikat muß keinen beweis darstellen, wie alle kennen leute mit „credentials“, die weniger können/wissen als andere ohne… so sind die japaner und koreaner z.b. weltweit führend, was gute noten für fremdsprachenunterricht angeht, weil sie phänomenal gut grammatik-übungen absolvieren und vokabeln plus sprachregeln pauken können. gleichzeitig sind sie die schlimmsten, weltweit, wenn wir die meisterschaft fremder sprachen begutachten. hier ist das problem-BEWUSSTEIN wichtig, denn

einfache antworten kann es aufgrund der komplexität der fragestellung niemals geben!

lassen Sie sich nicht in derselben falle fangen!

Wie soll man damit umgehen, wenn man z. B. im Rahmen einer Bewerbung nach Sprachkenntnissen gefragt wird? Einfach „drauflos behaupten“, wie es so viele Leute tun?

====== das sollten Sie nicht andere, sondern sich selber fragen. ich beschreibe, z.b. ob ich in der sprache einen vortrag halten aber keinen smalltalk ausführen könnte (französisch), da smalltalk zu den schwierigsten „themen“ in jeder sprache gehört, ich kann (und will) es schon auf deutsch nicht… das heißt, daß ich nicht geeignet bin, mit leuten zu kommunizieren, für die smalltalk sehr wichtig ist (weil wir so beziehungen herstellen und stärken, was nicht eine meiner großen stärken ist!). solche einsichten sind m.E. weit wichtiger als klare etiketten…

Und wie kann man, wenn man seiner Selbsteinschätzung nicht traut und ehrlich bleiben will, zu einer realistischen Bewertung kommen?

====== indem Sie jene fragen, die Ihre zuhörer sind. ich weiß von seminarteilnehmerInnen, daß mein französisch passabel, mein holländisch ausgezeichnet sind oder daß ich im Italienischen zwar ziemlich gut verstehen aber extrem wenig sagen kann etc. das sagen mir die leute, mit denen ich in jenen sprachen zu tun habe bzw. ich merke, ob nach meinem vortrag 1. fragen kommen, 2. welche teilthemen des vortrages sie ausbauen und 3. inwieweit ich sie verstehen kann. das sind ziemlich gute indikatoren…
vfb

Frau Birkenbihl,
Sie sagten mir vor 3 Jahren, dass Sie 20 Sprachen lernen, 10 davon ziemilch intensiv. Für 10 Fremdsprachen, darunter auch Chinesisch, Arabisch etc. benötigen Sie doch Sicher 10 000 Stunden. Wie schaffen Sie das und wie können Sie nebenbei noch arbeiten und Bücher lesen und schreiben?

=========== ich wende meine methode RICHTIG an.

Ich selber beziehe eine Rente von 3350 Franken pro Monat resp. ca. 2300 Euro und bin mit Englisch extrem eingespannt.

========== was hat die rente mit lernen zu tun?

Nebenbei noch was anderes zu machen kommt fast nicht in Frage, höchstens ein bisschen aus einem Buch ab und zu lesen. Wenn ich hier 2-3 Stunden an einem Tag Englisch lerne, ist das eine gute Leistung.

============ aber Sie lernen ja nicht. Sie lassen das zeug laufen, ohne mitzudenken. sie bräuchten nur ca. 15 min AKTIVES LERNEN pro tag (in zeitlupe die dekodierung durchgehen, besser, selbst dekodieren) und das dann AKTIV HÖREN, mitdenken, damit Sie in schritt 2 lernen, wie das, dessen bedeutung Sie in schritt 1 erfasst hatten, nun KLINGT (zum späteren VERSTEHEN), dann stundenlang im hintergrund leise laufen lassen ALS VORBEREITUNG FÜR späteres selber sprechen. DANN EINIGE DER AKTIVITÄTEN MIT MATERIAL, DAS SCHON LÄNGERE ZEIT ZURÜCKLIEGT UND DAS SIE INZWISCHEN TOTAL BEHERRSCHEN. aber Sie machen das alles nicht. sorry!

Aber arbeiten muss ich ja nicht den Haushalt machen auch nicht.

========== was hat das mit sprachenlernen zu tun? man kann passiv hören, beim fernsehen, am computer, bei allen möglichen anderen dingen. was hat haushalt damit zu tun????

Und wenn ich dann noch soviele Bücher wie Sie lesen müsste, würde ich das Englisch nicht schaffen, und Sie lernen 10 Sprachen?

====== ich arbeite mit 20, will aber viele nur teilweise begreifen, um zu sehen, wie sie funktionieren, ich will sie nicht sprechen. aber ich spreche 3 sehr flüssig und 2 weitere so, daß ich damit gut überleben kann bzw. innerhalb einer woche ein seminar machen könnte…

Hallo, wie machen Sie dass???

=========== ich lerne, im gegensatz zu Ihnen, Sie vertun zwar zeit, aber sie LERNEN nicht wirklich.

Kaum zu glauben….
Herzliche Grüße

=========== Es geht, haben Sie schon unsere NEUEN PC-Kurse probiert?  zB Englisch 1+2:-)

Liebe Frau Birkenbihl, Ich habe mit Ihrem „Französisch Basis-Kurs“  lange verschüttete Schulkenntnisse reaktiviert. Ich bin Jahrgang 1952.

Gut gefallen hat mir die gaaaaaaaaanz laaaaaaangsame Version. Damit war es viel leichter, mich wieder einzuhören. Nach mehrmaligem Hören der langsamen Fassung konnte ich auch die schnellere Variante verstehen. Die Fahrt zur Arbeit wurde zum Passiv-Hören genutzt.

In meinem Urlaub in der Bretagne ging es mir dann wie einem anderen Insider (ich weiß nicht mehr, ob ich es in der Wandzeitung oder im Forum gelesen habe): Ich habe mehr verstanden, als ich erwartet hatte. Mit dem Sprechen hat es noch nicht so gut geklappt. Schritt 4 Sprechen habe ich offensichtlich noch zu wenig geübt. Aus dem Urlaub habe ich mir einen Krimi mitgebracht, den ich auf Deutsch schon gelesen hatte. Die ersten 90 Seiten auf Französisch habe ich geschafft. Ich „verstehe“ zumindest (ohne Vokabeln nachzuschlagen), welche Leute sich wo treffen und worum es grob in dem Dialog geht.

Englische Krimis lese ich seit meiner Schulzeit. Wir hatten nämlich 2 Jahre lang bei einer jungen Engländerin Unterricht, die uns gesagt hat: Nehmt euch einen englischen Roman (am besten Krimi) und lest, ohne jede Vokabel nachzuschlagen. Nach ca. 30 Seiten hat der Autor sein Vokabular erschöpft und dann wird es leichter.

========== das steht wort-für-wort in meinem buch „Sprachen lernen leicht gemacht (völlig NEU geschrieben ab 2010!!!)„. und das hat die Ihnen gesagt? (natürlich ohne quellenangabe, was??? ist ja toll!)

Und so kam ich zu Agatha Christie im Original.

======= ich schrieb aber auch, daß man eher mit PERRY MASON beginnen solle, weil die sprache des autors (earl stenely gardner) extrem viel einfacher ist, als die von agatha christie. zwischendrin liegt rex stout mit seinen tollen nervo wolfe krimis. agatha chrstie ist die krönung!

Da ich zwar Geschriebenes einigermaßen verstehe, das Hörverständnis aber auch ziemlich abhanden gekommen ist, nutze ich mit Begeisterung meinen neuen PC mit DVD-Laufwerk. Dort läuft jetzt häufig ein Film in englischer Sprache mit englischen Untertiteln (für Hörgeschädigte, also wörtlich). Anfangs habe ich die Untertitel mitgelesen und oft gedacht: „Ach, das soll das also heißen, was die da sagen.“ Aber mit jedem Mal höre ich die Feinheiten besser. Und so läuft der Film, während ich koche, spüle, aufräume.

======== jau, das ist es!!! toll, gell???

Vielen Dank für Ihre tollen Bücher und die Wandzeitung mit den vielen Ideen. Ich fühle mich immer wie ein reich beschenktes Kind zu Weihnachten und habe Sternchen in den Augen vor lauter Begeisterung, wenn ich an Sie denke. Liebe Grüße Sigrid Wosny

======= das ist lieb. sie wissen ja, weitersagen!! man glaube es einem anderen betrofenen (oder in Ihrem fall einer Lehrerin) immer eher, als dem entwickler einer technik selbst. klar. daher ist WEITERSAGEN obgerste insider-pflicht ( ha ha). danke für Ihr schönes feedback.
vfb

Liebe Frau  Birkenbihl,
mit großer Freude erfuhr ich zufällig von ihrer Fremdsprachenlehr/lernmethode, welche ich schon seit langen Jahren -ohne zu wissen, daß diese Methode bereits zu Papier gebracht wurde- mit einigem Erfolg selbst anwende (Anm. seit 15 Jahren lerne ich Sprachen und bin jetzt bei Nr. 18 angelangt). Auch ich habe sehr viel von dem auch von ihnen beschriebenen Brückenbausystem profitiert und war nicht wenig überrascht, daß auch Sie beim Spracherwerb auf gleich mehrere Lehrbücher zurückgreifen (für meinen Russischunterricht verwende ich 8 verschiedene Medien).
Diese Methode ist sehr erfolgversprechend, weil Wortschatz in verschiedenen Formen dargeboten und aufgenommen wird, und auch der beim Sprachenlernen mit nur einem Medium oftmals eintretende Kein-Bock-mehr-Effekt wegen zu großer Langeweile, dadurch ausbleibt.
Gefreut habe ich mich auch, daß ich mit meiner Meinung nicht allein stehe, daß jeder Mensch mit einer normalen Sprachbegabung eine große Anzahl an Fremdsprachen lernen kann, wenn er es nur anpackt.
Nicht gefreut habe ich mich jedoch, da ich feststellen mußte, daß Sie diese Methode bereits veröffentlicht haben und ich die Absicht hatte meine Erfahrungen ebenfalls niederzuschreiben (bin aber nicht sehr traurig, da ich vor lauter Sprachenlernen sowieso nicht dazugekommen wäre!).
Weiter so, liebe Autorin, tolle Arbeit!
mfg, Matthias Moll

======= tja, die erste version des sprachenlernbuches dürfte ca. 1985 erschienen sein, was haben Sie damals gemacht?? insbes. wenn Sie bedenken, daß der veröffentlichung eine generation FORSCHUNG vorausgegangen war.
ich begann mit 13 jahren den ersten erwachsenen ausländer (einen Griechen) zu unterrichten, der bei uns im dorf wohnte und um den sich abend niemand kümmerte (tagsüber wurde in der firma, bei der ein ein praktikum machte, gedolmetscht). die erfahrungen waren sehr interessant, weil ich mit ihm durchzog, was uns in der schule immer verboten worden war (wort-für-wort übersetzen), das war der anfang meiner studien (1959) die ich dann 1965 in den usa intensivierte und jahrelang unterrichtete und selbst lernte, bis ich dann ca. 1985 die erste version des sprachenlernbuches herausbrachte.
natürlich haben viele menschen einen „hang“ zu ähnlichem, weil meine methode der arbeitsweise des gehirns entspricht, die viele leute einst ahnten, bis sie ihnen in schule/ausbildung ausgetrieben worden war! wenige (wie Sie) haben sich den zugang (besser) erhalten und bestätigen unsere ergebnisse. da kann ich nur vorschlagen: WEITERSAGEN…
vfb

Wie Sie vielleicht schon mitbekommen haben, ist Frau Birkenbihl Anfang Dezember 2011 einer Lungenembolie erlegen. Einen persönlichen Nachruf können Sie HIER nachlesen.

Lange habe ich,  Andreas K. Giermaier, mir überlegt OB und WIE ich dieses Blog hier weiterführe. Viele Stunden hatten Frau Birkenbihl und ich darüber telefoniert, wie wichtig es ist, ihr Wissen, ihre Methoden nach außen zu tragen, vielen zugänglich zu machen.
Dies werde ich einerseits in meinem Lernen Der Zukunft Weblog und mittelfristig in Seminaren, breiter angelegt machen, andererseits fokussiert auf das Sprachen lernen an dieser Stelle.

In Kursen, Seminaren, Büchern und auch HIER gesammelt, alles zum Thema gehirn-gerecht Sprachenlernen nach Birkenbihl. Es gibt noch hunderte Fragen&Antworten, Artikel. .. von Frau Birkenbihl, die ich hier an dieser Stelle aggregiere.

Sollten Sie drüber hinaus FRAGEN oder ANREGUNGEN haben melden Sie sich bei mir.

Sehr geehrte Frau Birkenbihl, Sie „werben“ schon seit vielen Jahren für das passive Sprachen lernen. Außerdem erwähnten Sie in ihrem Vortrag über Menschen beeinflussen“ das „priming“.
Jetzt stellten sich mir einige Fragen: Kann ich auch mehrere CDs gleichzeitig, passiv hören? Denn neben derZeitersparniss konzentriert man sich auch leichter auf keine, der beiden CDs.

======= also ich mache das seit Jahren, nicht nur mit sprachen. oft läuft ein Doku auf einem Kanal (als hör-produkt oder via DVD-mitschnitt mit bild). gleichzeitig läuft ein Sprachkurs (im Augenblick japanisch) UND ein alter bekannter Film (heute EINE FRAGE DER EHRE) auf Französisch während ich gleichzeitig SCHREIBE (im Augenblick beantworte ich Wandzeitungs-anfragen), d.h. ich KONZENTRIERE meine bewußten „15 mm“ auf das SCHREIBEN, das andere läuft alles passiv. aber wenn es jemanden nervös macht – es muß nicht sein. ich sage das nur, weil Sie konkret fragen.

Die meisten Menschen sind nicht bereit, ernsthaft mit den Möglichkeiten zu arbeiten, die unser Geist uns bietet.

Sie sind durch Schule und Ausbildung viel zu sehr auf Schmalspur getrimmt. ich Experimente seiit langem und konnte mich aus diesem BEHINDERTEN gemützszustand befreien. da ich neuronal langsam bin, hätte ich sonst nie das enorme pensum an wissens-erweiterung geschafft, das ich seit jahren betreibe (von drei programmier-sprachen in den 1980-igern über die ich auch bücher schrieb) bis später über quanten-physik über komplexitätstheorie zu memetik, humorforschung etc. etc. von einigen sprachen ganz zu schweigen…

und das schönste ist; es macht SPASS, da braucht man keine drogen (high on learning) :-)))

Woher weiß ich, ab wann ich eine Nummer der Spanisch-CD oft genung gehört habe? (ich lerne gerade mit ihrer Spanisch-CD)

======= lassen Sie es IMMER WIEDER laufen, wenn Sie beginnen, die Kenntnisse praktisch anzuwenden, wird sich Ihr Bedürfnis, es im Hintergrund laufen zu lassen, automatisch verringern. das regelt sich über den „Appetit“ auf die Materialien bald von selbst. mir wurde (ca. 1983) erst, als ich plötzlich begriff, daß ich seit Monaten kein holländisch mehr gehört hatte klar, daß ich es nicht mehr brauchte… seither habe ich den effekt bei allen möglichen Materialien beobachten können, auch nicht-sprachliche (s.o.

Kann das Unterbewusstsein besser Englisch als das Bewusstsein, denn jedes englische Wort, das man einmal „gelernt“ hat, aber nicht mehr bewusst weiß, müsste doch im Unterbewusstsein liegen?

====== falsch. ich propagiere keinesfalls die alte Hypothese, daß einmal wahrgenommen auch bekannt ist (dies gilt nur für dinge, die bei Ihnen einen echten AHA-effekt ausgelöst haben, ein BEGREIFEN – trotzdem müssen für HANDLUNGEN (von Klavierspielen bis Sprachenlernen) erst NEURONALE BAHNEN für das verhalten (verstehen, sprechen) angelegt werden und das dauert immer eine gewisse zeit und braucht Wiederholungen. nur daß wir diese mit PASSIVEM lernen in den hintergrund legen können und nicht mit unserem bewußtsein (in unserer limitierten zeit) durchführen müssen.

ganz ohne wiederholungen können Sie fakten lernen, wenn diese mit einem AHA-verbunden waren, nicht aber VERHALTEN jeglicher Art. Und:

Sprachen-anwendung ist VERHALTEN!

das begreifen die meisten Sprachlehrer nicht, die immer annehmen, daß die Einsicht (z.b. in eine grammatikalische struktur) die Fähigkeit zur Anwendung nach sich ziehen müßte. falsch. tut es nicht.

Inwieweit kann ich Inhalte/rationales Wissen (z.B. Physik, Geschichte,….) passiv lernen bzw. ist das überhaupt möglich?

===== s. oben. am besten AUSPROBIEREN.

Wenn ja, kann man daher nicht auch visuell passiv lernen, indem man sich Formeln, Zitate etc. auf z.B. die Arbeitsunterlage schreibt?

===== FORMELN sind gedankliche konstrukte, die BEGRIFFEN werden müssen. dann muß man ÜBEN, sie aktiv einzusetzen. das können Sie nicht ans unbewußte delegieren. genauso wenig wie Sie KRAFTTRAINING für die muskeln ausüben können, ohne im oberstübchen „zuhause“ zu sein, genau so wenig kann die ANWENDUNG von irgendetwas, von mathe bis sprachen, AUSSCHLIEßLICH unbewußt gelernt werden. NACHDEM wir unbewußt die grundlagen haben, müssen wir HANDELN, also mathe BETREIBEN, sprachen LESEN, SPRECHEN, SCHREIBEN etc.

Und noch 2 Fragen, die eher sich eher mit der psychologische Seite befassen: In einigen Lern-CDs werden oft auch negative Sätze erwähnt (z.B. „Das Problem vieler Leute beim lernen liegt darin, dass sie sich ständig selbst ‚Ich kann das nicht‚ vorsagen“). Kann es sein, dass das Unterbewusstsein diese Sätze als negative Affirmationen aufnimmt?

======= theoretisch möglich, aber die art von sätzen hören Sie ja wohl nicht DAUERND, oder? AFFIRMATIONEN funktionieren ebenfalls über EINSICHT plus NEURONALEN BAHNEN, ehe das VERHALTEN folgt. also ist die gefahr nicht sooooo groß, wenn Sie solches zeugs nicht dauernd hören…

Ist kognitives Lernen (also neue Einsichten erhalten) auch unbewusst möglich, oder braucht man dazu das rationale, analytische Bewusstsein?

======= es ist möglich, am Bewußtsein vorbei, gewisse PAARUNGEN vorzunehmen (bei SCHACTER „Wir sind Erinnerung“ kann man über Patienten nachlesen, deren Fähigkeit, neue Gedächtnisinhalte zu bilden verloren ging (KORSAKOW-SYNDROM), die aber trotzdem neue HANDLUNGEN lernen konnten – sehr zum erstaunen aller. aber der Lernvorgang ist extrem mühselig und nicht zu empfehlen, wenn man bewußt mitdenken kann!
Ansonsten gibt es m. Wissens kaum Forschungsprojekte über unbewußte EINSICHTEN.

Und noch eine letzte Frage: Welche CDs/DVDs/Bücher würde Sie mir empfehlen, wenn ich neue Lerntechniken (u.a. für die Schule) lernen möchte? Wobei mich hier direkte Lern-Techniken/Tipps interessieren und nicht allgemeines zumThema lernen (wie z.B. gab-managment)

====== was soll gab-management bedeuten? das derzeit wichtigste Buch ist trotzdem LEHREN, denn es richtet sich nicht nur an lehrende sondern auch an leute, die sich selbst belehren wollen (= selber lernen). nur wer angst vor einem „echten buch“ hat, sollte auf trotzdem LERNEN ausweichen, es ist die schmale version, abgespeckt, eine teilmenge von trotzdem LEHREN. dort finden Sie TECHNIKEN, konkrete, sowie das neue konzept der doppelten checkliste.

und als DVD empfehle ich Ihnen:

  1. VON NIX KOMMT NIX (unter 10 Euro), sowie
  2. das doppelpack GENIAL LERNEN+LEHREN (2 DVDs für unter 10 euro, 2 abende in einem pack), also extrem preiswert (weil unser großproduzent wieder zuschlägt).
  3. als ergänzung könnten Sie dann noch die „Neues von der Lernfront“  sehen, aber am besten erst nach dem beiden anderen, die nämlich die Entwicklung der letzten 4 – 5 jahre nachzeichnen.
  4. einstweilen könnten Sie SOFORT „Persönliches Wissens-Management schauen, 20 euro und schon vorhanden, zum sofortigen beginnen…

vfb

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